Der Weg zum dualen Studium

Text/Quelle: Jan-Phillip Jenke, STUDI-Info Sommersemester 2021. Modelfoto: Colourbox.de

Das Besondere am dualen Studium liegt auf der Hand: „Im Vergleich zum normalen Studium gibt es die intensiven Praxisphasen“, sagt Dr. Sirikit Krone vom Institut Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen. Geeignet ist ein solches Studium daher für Praktiker, die weniger am Akademischen interessiert sind. Durch das parallele Arbeiten in Betrieb und Hochschule lernst du den Beruf bereits kennen und bekommst Orientierung für dein berufliches Leben. Damit verbunden ist aber ein großer Zeitaufwand und ein hoher Anspruch an deine Arbeitsdisziplin. Darüber musst du dir vorher im Klaren sein. Das Spektrum der Fächer, die du dual studieren kannst, ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften nehmen ein Drittel der Studiengänge ein, Informatik gut zehn Prozent. In der jüngsten Vergangenheit sind die Bereiche Pädagogik, Soziales und Pflege hinzugekommen.

Wie verläuft das Verfahren?

Erst schließt du einen Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag mit dem Unternehmen ab, dann kannst du dich an der Hochschule einschreiben. Du solltest dich aber schon vorher an dieser informieren, wie das Studium konzipiert ist, mit welchen Betrieben kooperiert wird und wie die Studienordnung aussieht. Die Betriebe schreiben ihre dualen Stellen aus, beispielsweise auf ihrer Homepage. Auch die Websites der Hochschulen bieten Ausbildungsbörsen, wo du entsprechende Stellen finden kannst. Orientierung bieten Datenbänke. AusbildungPlus.de, die Datenbank des Bundesinstituts für Berufsbildung, hält Dr. Sirikit Krone für die beste: „Hier wird der größte Teil der angebotenen Studiengänge aufgelistet und vorgestellt. Unter der Rubrik „Betriebe“ findet man kooperierende Unternehmen.“

Erst Vertrag, dann Einschreiben

Mit dem Ausbildungs- bzw. Praktikumsvertrag in der Tasche schreibst du dich in einem zweiten Schritt an der Hochschule ein, das geht teilweise schon online. Drei Viertel der Hochschulen, die ein duales Studium anbieten sind Fachhochschulen (auch privat), Unis machen laut Dr. Sirikit Krone nur drei Prozent aus. Da duale Studiengänge sehr beliebt sind, rät sie, schon ein Jahr vor Schulende mit der Orientierung zu beginnen – also nicht auf den letzten Drücker bewerben! Das Studium ist nicht zentral geregelt. Es gibt Wochenmodelle – drei Tage Betrieb, zwei Tage Hochschule, ein Tag Berufsschule – oder Modelle mit längeren Zeiträumen an den verschiedenen Lernorten (Beispiel: im ersten Jahr Betrieb, im zweiten Jahr Betrieb und Studium halb und halb, im dritten Jahr Hochschule für den Bachelor-Abschluss; die Berufsausbildung wird bei diesem Modell schon vorher abgeschlossen). Neben der Sicherheit und den Karriereaussichten ist das Geld für viele ein zentrales Motiv für ein duales Studium. Wie hoch das Gehalt liegt, hängt vom Studiengang, von der Branche und dem jeweiligen Unternehmen ab. Bei einem ausbildungsintegrierten dualen Studium erhältst du genau so viel wie der normale Azubi. Beim praxisintegrierten dualen Studium musst du dein Praktikumsgehalt selbst verhandeln. Deshalb kann es stark variieren, erklärt Dr. Sirikit Krone. Mögliche Studiengebühren können mit dem Gehalt verrechnet werden, aber auch das wird von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich gehandhabt und ist unter Umständen Verhandlungssache.