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Wie viel Arzt steckt im Physician Assistant? Ein Überblick

Text/Quelle: Pia Schrell / STUDI-Info WS 2019/20.
Teaserfoto: Modelfoto: Colourbox.de. Foto P.Kaffer: Helios Klinikum Aue, K. Kurzweg.


In Australien und den USA gibt es sie schon seit Anfang der 2000er Jahre, und auch in den Niederlanden und Großbritannien sind sie aus den Krankenhäusern nichtmehr wegzudenken: die Physician Assistants – zu deutsch: Arztassistenten, kurz PAs.

Ökonomische Kenntnisse und medizinisches Fachwissen
Auch Deutschland hat inzwischen den Beruf für sich entdeckt, der kommunikative, organisatorische und ökonomische Inhalte mit einem fundierten medizinischen Fachwissen vereint. „Sinn des Berufs des Physician Assistant ist es, die Schnittstelle zwischen Pflege und Ärzten zu bilden“, sagt Professor Claudia Heilmann. Sie ist Studiengangsleiterin des Bachelorstudiengangs an der Berufsakademie Sachsen – Staatliche Studienakademie Plauen. Sie versteht die immer größere Nachfrage nach dem vergleichsweise neuen Berufsbild auch als ein Lösung für den überlasteten Medizinsektor.

„Da muss man schon so ehrlich sein, dass Mediziner einige Aufgaben übernehmen, für die sie kein Medizinstudium brauchen.“ Die Expertin denkt dabei an Tätigkeiten wie das Liefern von Zahlen oder das Ausfüllen von Dokumenten. Gerade ökonomische Aufgaben würden Ärzten häufig „übergestülpt“. Zudem gingen insbesondere für die Dokumentation von Behandlungen allein ein Drittel bis ein Viertel der Zeit drauf.

Kein Arzt light: Diagnose trifft der Arzt
Da hilft der Physician Assistant weiter. Denn der PA kann Ärzte bei eben solchen Aufgaben entlasten. Er darf Aufgaben übernehmen, die vorbereitend sind und beispielsweise medizinische Routinetätigkeiten umfassen. „Die Diagnose und Entscheidung trifft dabei allerdings letztendlich immer der Arzt“, sagt Professor Heilmann.Der PA sei kein Arzt „light“, „da wehren wir uns“. PAs verknüpften Kommunikation in verschiedenen Prozessen der Krankenhausarbeit und sicherten eine Konstanz im Patientenkontakt und auf den einzelnen Stationen.

Philipp Kaffers Herz schlägt für die Notfallmedizin.  Der angehende Physician Assistant studiert im 4. Semester an der Berufsakademie Plauen.

Einer, der unbedingt Physician Assistant werden möchte, ist Philipp Kaffer. Der 21- Jährige studiert inzwischen im vierten Semester an der Berufsakademie Plauen. In seinem dualen Studium besucht er die Vorlesungen der Berufsakademie und arbeitet gleichzeitig am Helios Klinikum Aue. Was ihm besonders gefällt? Die Notfallmedizin.

„Die Notaufnahme ist ein riesiges Arbeitsfeld, und ich arbeite mit einem diensthabenden Arzt zusammen“, erklärt er. Sie würden gemeinsam Patienten anschauen und irgendwann dürfe er dann auch alleine untersuchen: Wie ist der Hautstatus? Was hat der Patient für eine Vorgeschichte? Lunge abhören, Pupillen kontrollieren, Lymphknoten abtasten oder Laborzettel ausfüllen, „körperliche, vorbereitende Untersuchungen darf ein PA allein machen“, sagt der Student. Natürlich schaue später ein Arzt-Kollege noch einmal darüber.

"Die Ärzte freuen sich, dass
es uns gibt!"

Im Team ist Philipp gut angekommen. „Wir frühstücken zusammen, unternehmen auch in der Freizeit gemeinsam Sachen, und die Ärzte freuen sich, dass es uns gibt!“ Mit seinem Know-how ist er eine Entlastung für die Mediziner, aber auch für die Kollegen aus der Pflege. Und auch die Patienten sind ihm dankbar, wenn er sich Zeitnimmt und Untersuchungen und Fachvokabular erklärt.

Rosige Aussichten für PAs
Mittlerweile hat er viele Stationen durchlaufen. Immer unabdingbar: Sein Wissen aus der vorhergegangenen Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger. „Es wird im Studium Wissen vorausgesetzt, ohne geht es nicht.“ Seine Fachkompetenz wird durch Vorlesungen und Module mit integrierten Fahrten immer größer.„Wir waren zum Beispiel schon in einem Herzzentrum und haben dort ein Training im Schockraum bekommen. “Denn als PA muss man immer vorbereitet sein – besonders in der Notaufnahme.

„Nach dem Studium sehe ich mich in der Notfallmedizin“, sagt Philipp. Und so wie es aussieht, muss er sich um seine späteren Berufsaussichten keine Sorgen machen. „Ich sehe alle 14 Tage neue ausgeschriebene Stellenangebote in verschiedenen Datenbanken und Portalen“, sagt seine Professorin Claudia Heilmann. Für die PAs sieht sie gute Chancen in der Zukunft. „Es gibt Überlegungen PAs beispielsweise auch auf dem Land im Bereich der Telemedizin einzusetzen“, sagt sie. Im Zuge des Hausärztemangels im ländlichen Raum seien auch dies spannende Ansätze.

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