Advertorial

Lehre in Deutschland underperformed im europäischen Vergleich

Text/Quelle: CHE, Gütersloh. Foto: Modelfoto: Colourbox.de

Im europäischen Vergleich gibt es in Deutschland an vielen Hochschulen zu wenig Lehrkräfte und immer noch zu lange Studienzeiten. Aber die deutschen Professor(inn)en scheinen daraus das Beste zu machen.

Der Kontakt zu den Lehrenden und die Organisation des Studiums werden von den Studierenden häufiger positiv gesehen als in anderen europäischen Ländern. Das zeigen Auswertungen aus dem globalen Hochschulranking U-Multirank.

Nur Uni Heidelberg und Göttingen top
Im Sommer 2018 schreckte eine Sonderauswertung des internationalen THE World University Ranking die Bildungsverantwortlichen in Deutschland auf: Im europäischen Vergleich waren deutschen Hochschulen in der Lehre bestenfalls Mittelklasse. Nur die Universitäten in Heidelberg und Göttingen schafften es, in den Ranglisten der „besten Universitäten in Europa bezüglich der Lehre“ unter die ersten 50 zu kommen. 22 von 31 gerankten Universitäten landeten in der hinteren Tabellenhälfte.

Steht es um die Lehre in Deutschland tatsächlich so schlecht?
„Die Qualität der Lehre an einer Hochschule wird durch die Lehrqualität in den einzelnen Fächern bestimmt. Verlässliche Schlussfolgerungen auf der Ebene einer Hochschule insgesamt lassen sich nicht ohne weiteres ableiten“, schränkt Gero Federkeil, Leiter für internationale Rankings am CHE die Ergebnisse der THE Rangliste ein.

Die Rankingexperten aus dem U-Multirank-Team schauten genauer hin, wie es um die Lehrqualität in Deutschland wirklich steht.  Sie stellen zwar auch fest, dass es zu wenig Lehrende und eine zu hohe Überschreitung der Regelstudienzeit gibt, darüber hinaus durftenaber auch die Studierenden ihr Studium bewerten.

Dabei zeigt sich, dass diese die Qualität der Lehre in Deutschland deutlich besser bewerten als in Europa gesamt. Mehr als jeder zweite Fachbereich landet bei diesem Kriterium in den Spitzengruppen. In Europa gesamt schaffen dies nur 29 Prozent der teilnehmenden Fachbereiche.

An 39 Prozent der deutschen Fachbereiche bewerten die Studierenden den Kontakt zu den Lehrenden gut bis sehr gut, nur drei Prozent der Fachbereiche werden unterdurchschnittlich gut bewertet. Auch die Organisation der betrachteten Studiengänge wird in Deutschland überdurchschnittlich gut bewertet. Besser als in Europa gesamt wird von den Studierenden zudem über die Qualität der Lehrveranstaltungen geurteilt.

Prof. Frank Ziegele, Geschäftsführer des CHE, sagt zu den Ergebnissen: „Die meisten deutschen Hochschulen und deren Fachbereiche scheinen trotz der widrigen Umstände in der Lehre vieles sehr gut zu machen. Würde nun auch noch das Lehrpersonal mit den Studierendenzahlen Schritt halten, dann könnten wir uns in Europa an die Spitze setzen.“ Ziegele plädiert für eine differenzierte Betrachtung der Stärken und Schwächen in der Lehre anstelle von pauschalen Urteilen.