Lehrer werden: Frühe Weichenstellung, langes Studium und ein toller Job



Text/Quelle: Pia Schrell/ STUDI-Info Sommersemester 2019; Foto: Modelfoto: Colourbox.de

Lange Ferien, moderate Arbeitszeiten – so oder so ähnlich klingen einige Vorstellungen, die mit dem Lehrerberuf in Verbindung gebracht werden. Doch Lehrer haben einen anspruchsvollen Job. Lehrer  vermitteln Wissen, halten Lehrpläne im Blick und sind oft Vertrauensperson für ihre Schüler und beraten Eltern. Aber wie werde ich eigentlich Lehrer? Und was muss ich dabei beachten?

Ein Job als Lehrer ist weit mehr als viele glauben. Der Weg bis ins Klassenzimmer setzt in der Regel ein langes Studium, das mit einem Master of Education oder einem Staatsexamen abschließt, und einen Vorbereitungsdienst, auch Referendariat genannt, voraus. Doch da Bildung Ländersache ist, kann der exakte Weg sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden – genau wie Einstellungsprognosen und Gehälter. Während Berlin derzeit nicht mehr verbeamtet, werden in Nordrhein-Westfalen händeringend Lehrer gesucht. Besonders die so genannten MINT-Fächer wie Mathematik, Informatik oder Technik sind stark gefragt, und Fachkräfte können auch im Quereinstieg eine Karriere als Lehrer beginnen.

Bildung ist Ländersache
Wer aber gerade sein Lehramtsstudium startet, der sollte nach Möglichkeit in dem Bundesland studieren, in dem er später auch unterrichten möchte. Denn ein Wechsel kann unter Umständen kompliziert werden. Wie genau der Abschluss lautet, hängt ebenfalls vom Bundesland ab. Denn während die meisten inzwischen auf Bachelor und Master umgestellt haben, kann in einigen Ländern auch noch auf „Staatsexamen“ studiert werden.

Sophie hat’s geschafft. Zehn Semester mit Prüfungen, Hausarbeiten, Referaten und Praktika liegen hinter der 28-Jährigen. Jetzt ist sie im Referendariat an einer Schule in Niedersachsen. Ihr macht alles Spaß, keine Frage, aber es ist auch anstrengend. „Ich habe eigenverantwortlichen und betreuten Unterricht, den ich vorbereiten muss und alle paar Wochen einen Unterrichtsbesuch, bei dem meine Arbeit mit den Schülern beobachtet wird.“ Zuvor studierte sie Gesundheitswissenschaften und Deutsch auf Lehramt fürs Berufskolleg. Ihr Vorlesungsplan bestand aus der beruflichen Fachrichtung und dem Unterrichtsfach Berufs- und Wirtschaftspädagogik.

Welches Lehramt soll es sein?
Doch nur ein Bruchteil der Studierenden entscheidet sich für eine spätere Arbeit mit Schülern von berufsbildenden Schulen. Es geht auch anders, denn: Wer Lehrer werden möchte, muss sich vor Beginn seines Studiums zunächst für eine spezifische Schulart und in der Regel zwei bis drei Fächer (auch Fachwissenschaften) entscheiden, zudem lernen sie Grundlagen der Erziehungswissenschaften und Didaktik. „Man kann wählen zwischen Grund-, Haupt- oder Realschullehramt, dem Lehramt an einem Gymnasium oder an Berufskollegs und dem Lehramt für Förderschulen“, nennt Sophie Beispiele.

Die verschiedenen Lehrämter würden zudem mit Sekundarstufe I (Haupt-,Real, Sekundar-, Gesamtschule Klasse 5-10) und Sekundarstufe II (Gymnasium, Gesamtschule Klasse 11-13) sowie Berufskolleg bezeichnet. Die Fachwissenschaften können in verschiedenen Kombinationen wie Pädagogik und Deutsch oder Mathematik und Englisch gewählt werden. Eben ganz nach Interesse. Schließlich kommt es darauf an, was später unterrichtet werden soll.

Achtung bei der Fächerwahl
Aber Achtung:Nicht immer können an jeder Hochschule auch alle Wunschfächer miteinander kombiniert werden. Daher informiert euch frühzeitig über die Voraussetzungen.

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