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Mehrdimensional die Zukunft erforschen

Text/Quelle: Jannik Zeiser / STUDI-Info Sommersemester 2019. Foto: Modelfoto: colourbox.de

Können wir ein Computerprogramm schreiben, das so funktioniert wie der menschliche Geist? Und was ist das überhaupt, der menschliche Geist? Was macht Intelligenz beim Menschen aus, wann nennen wir einen Roboter intelligent?

Von Informatik bis Philosophie
Wen ambitionierte Fragen wie diese nicht abschrecken, sondern neugierig machen, sollte sich den Studien-gang Cognitive Science (deutsch: Kognitionswissenschaften) genauer anschauen.

Cognitive Science, wie ich es derzeit im Masterstudiengang an der Universität Osnabrück studiere, vereint eine große Menge wissenschaftlicher Disziplinen. Es gibt fast nichts, das es nicht gibt: Informatik, Linguistik, Psychologie, Neurobiologie, Philosophie und Künstliche Intelligenz – das sind die Bereiche, in die Bachelorstudierende einen Einblick bekommen und aus denen Masterstudierende sich ihre bevorzugten Schwerpunkte wählen können.

Mein persönlicher Weg hat mich eher zufällig zu diesem Studiengang geführt. Nach meinem Abitur habe ich zunächst einen Zweifach-Bachelor in Biologie und Philosophie in Osnabrück absolviert. Während dieser Zeit habe ich besonders die Philosophie mit ihren großen, grundlegenden Fragen schätzen gelernt; gleichzeitig faszinierten mich Themen wie die Digitalisierung und der technische Fortschritt mit seinen Gefahren und Chancen. Über verschiedene interdisziplinäre Seminare an der Uni hatte ich schon damals Kontakt zu Studierenden aus der Cognitive Science. Und da mein Bachelorstudium der Kognitionswissenschaft ohnehin schon sehr nahe lag, konnte ich anschließend direkt in das Masterprogramm einsteigen.

Viele akademische Biografien
Überrascht hat mich dann, wie international die Studierendenschaft ist. Besonders für den Master kommen junge Leute aus der ganzen Welt nach Osnabrück, und plötzlich war ich täglich zusammen mit Studierenden aus den USA, Hong Kong, Russland, Israel, dem Iran oder Australien. Eine spannende Erfahrung. Jeder bringt nicht nur einen eigenen kulturellen Hintergrund mit, sondern auch eine ganz eigene akademische Biografie: Ihre Bachelors haben die Leute in Psychologie gemacht, Philosophie, Informatik, Linguistik und vielen anderen Fächern. Trotz dieser Vielfalt fällt eine Verständigung nicht schwer. Weder sprachlich (alles ist auf Englisch) noch von den Mentalitäten. Alle sind nett und teilen eine Begeisterung für die Wissenschaft.

Forschung mit VR-Brille
Ein wichtiger Teil des Masterstudiums in Cognitive Science ist das selbstständige wissenschaftliche Arbeiten in einem Team. Kleine Gruppen von Studierenden finden sich zu sogenannten Studienprojekten zusammen, um gemeinsam zu einem Thema ein Jahr lang Forschungsarbeit zu leisten. Hier kann man sich – im besten Fall – selbst verwirklichen.

Mein Studienprojekt behandelte das Thema autonomes Fahren und die ethischen Probleme, die damit einhergehen: Wenn selbstfahrende Autos einen Unfall nicht vermeiden können, wen oder was sollten sie vorzugsweise schützen? Unsere Projektgruppe entwarf einen Versuch, mit dem wir die moralischen Überzeugungen von Menschen zu diesem Problem herausfinden wollten. Ziel war es, besser zu verstehen, anhand welcher Kriterien Menschen normalerweise moralische Entscheidungen treffen. Dazu war es nötig, eine virtuelle Umgebung zu programmieren, in die wir unsere Versuchspersonen mithilfe einer VR-Brille hineinversetzten. Außerdem mussten Hypothesen entwickelt, Daten erhoben und Ergebnisse analysiert werden. Für alles hatten wir Experten in unserem Team – hin und wieder galt es, Konflikte zu lösen und kleine Streitigkeiten zu schlichten. Am Ende standen jedoch ein erfolgreiches Projekt und eine tolle Erfahrung.

Keine Angst vor der riesigen Themenauswahl
Die Auswahl solcher Studienprojekte ist reichhaltig. Einige untersuchen die Wirkung von Kunstwerken auf Betrachter, andere wollen erforschen, ob es allgemeingültige Grundsätze von Vernunft und Rationalität in allen Kulturen gibt. Wieder andere programmieren Roboter. Cognitive-Science-Studierende dürfen keine Angst haben vor einer scheinbar überfordernden Auswahl an Themengebieten.

Viele Karrieremöglichkeiten
Das Feld ist tatsächlich so divers, dass man mit einigen Leuten aus dem eigenen Studiengang kaum Seminare und Vorlesungen gemein hat. Auch muss man sich auf fragende Gesichter einstellen, wenn man Bekannten und Verwandten zu erklären versucht, was man da eigentlich studiert und wohin die Reise beruflich geht. So vielfältig wie das Studium selbst ist, so verschieden sind auch die möglichen Karrieren. Wer in der akademischen Forschung auf den Geschmack gekommen ist, wird sich in einem der Bereiche spezialisieren und möglicherweise eine wissenschaftliche Karriere anstreben. Genauso ist aber auch der berufliche Einstieg eine Option. Viele gehen in die Softwareentwicklung, arbeiten im medizinischen oder psychologischen Umfeld oder analysieren Daten für Unternehmen.

Link-Tipp:

https://www.ikw.uni-osnabrueck.de/startseite.html

 

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