Advertorial

Weiterbilden trotz Ruhestand

"Studium im Alter" ist ins Wintersemester gestartet. Gut gefüllt war der Hörsaal H1 beim Eröffnungsvortrag von Historiker Prof. Dr. Thomas Großbölting zum Semesterbeginn an der WWU in Münster. 

 

Münster. Ganz gespannt blättert Marlies Horn im Vorlesungsverzeichnis. Gleich beginnt im Hörsaal H1 am Schlossplatz der Eröffnungsvortrag zum „Studium im Alter“ – und für Horn das erste Semester. Der Historiker Prof. Dr. Thomas Großbölting referiert über das Jahr 1968. Schnell sorgt er für ein Schmunzeln: „Das ist ein Jahr, was viele von Ihnen wohl schon ganz bewusst erlebt haben.“

Marlies Horn ist eine von etwa 2000 Studierenden, die in diesem Semester am „Studium im Alter“ teilnehmen. Seit 1968, also seit über 30 Jahren, gibt es das Konzept, wie Dr. Veronika Jüttemann von der zuständigen Kontaktstelle sagt. Die Zahl der Studierenden sei seit vielen Jahren in etwa gleich hoch.

Geistige Fitness und sinnvolle Tätigkeit
Marlies Horn ist seit sechs Jahren im Ruhestand. Schon lange hatte sie sich vorgenommen, das Studium aufzunehmen. „Jetzt mache ich es endlich“, sagt Horn. Während sie beruflich mit Naturwissenschaft zu tun hatte, möchte sie sich jetzt der Kunstgeschichte widmen. Ihre Motivation, einmal pro Woche von Dortmund nach Münster zu kommen, ist klar: „Es macht Spaß, seinen Horizont zu erweitern.“

Damit ist Marlies Horn nicht allein, wie eine Umfrage der Kontaktstelle ergeben hat. „Die meisten Studierenden möchten geistig fit bleiben und ihren Alltag sinnvoll gestalten“, fasst Veronika Jüttemann die Ergebnisse zusammen. Viele seien „einfach neugierig und wissensdurstig“.

Viele "Studierende im Alter" nehmen eine weite Anfahrt in Kauf
So geht es auch Heinrich Mülder. „Ich möchte mich auch im Ruhestand noch weiterbilden“, sagt er. Dafür kommt er einmal pro Woche aus dem Emsland nach Münster. Er interessiert sich besonders für Geschichte und Literatur, vor einigen Jahren hat er bereits vier Semester „im Alter“ studiert. Jetzt ist er wieder eingestiegen. Auch, „um Münster noch mal wiederzusehen“, wie er sagt. Viele Jahre habe er in der Stadt gearbeitet.

Geschichte ist auch für Dorothee Bergmann das favorisierte Fach, ansonsten besucht sie Soziologie und Philosophie. Seit vier Jahren ist sie Studentin und besucht an zwei Tagen die Woche Vorlesungen und Seminare. Dafür kommt sie aus dem Paderborner Land nach Münster. Die Fahrtzeit nimmt sie gerne in Kauf, denn das „Studium im Alter“ hat sie überzeugt: „Je mehr man hört, desto mehr Fragen ergeben sich. Dann wird es umso spannender.“

Veranstaltungen werden auf 1 oder 2 Tage gebündelt
Auch Bernhard Filies sitzt pro Weg über eine Stunde im Auto, um von Wadersloh zur Uni zu kommen. „An einem Tag besuche ich immer gleich mehrere Veranstaltungen. Dann lohnt sich der Weg“, sagt Filies. Er interessiert sich fast ausschließlich für die Politikwissenschaften. Aus gutem Grund, wie er selbst sagt: „Ich möchte verstehen, was unsere Politiker da treiben.“ Für das Studium hat sich Filies entschieden, „um nicht nur Urlaubsstress zu haben und ehrenamtlich etwas für andere zu machen“. Er mache das einfach nur für sich.

 

Das könnte dich auch interessieren:

 Wie funktioniert das Studium im Alter

 Das sollten Ü-50 Studenten wissen

 Die 3 Modelle des Seniorenstudiums