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NRW sucht Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschule


In NRW herrscht massiver Lehrermangel in Grund-, Haupt- und Realschulen. Zeitweise sollen die Unis deshalb sogar über Bedarf ausbilden.

Text/Quelle: Hilmar Riemenschneider, Westfälische Nachrichten (WN) vom 25.8.2018; Foto: Modelfoto: Colourbox.de

Das neue Schuljahr beginnt ernüchternd. Allein in NRW fehlen 3.694 Lehrer - hauptsächlich für Grund-, Haupt- und Realschulen. An Lehramtsanwärtern für die gymnasiale Oberstufe herrscht dagegen ein Überangebot. Einfach umswitchen? Ganz so einfach ist das nicht.

Wenn in der kommenden Woche in NRW 156 200 Erstklässler hoffnungsvoll an den Grundschulen starten, wird sie ein massiver Lehrermangel in den nachfolgenden Jahren begleiten. An allen Schulformen außer den Gymnasien fehlen in den nächsten zehn Jahren absehbar 15 000 Lehrkräfte. Zum neuen Schuljahr konnten von 9623 offenen Stellen 3694 noch nicht besetzt werden, berichtete Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag.

Besonders Grund-, Haupt- und Realschulen bekommen das zu spüren. „Der Lehrermangel wird uns weiter beschäftigten“, sagte die Ministerin. Deshalb will die Landesregierung verstärkt um neue Lehrkräfte werben und Bewerber mit Oberstufen-Qualifikation für andere Schulformen begeistern. Für begrenzte Zeit sollen die Unis über Bedarf ausbilden.

In den kommenden zehn Jahren müssen Gebauer zufolge rund 16 000 Lehramtsanwärter für die Oberstufe damit rechnen, keine passende Stelle zu finden. Ihnen bietet das Land als neue Perspektive eine Daueranstellung, die sie zunächst für vier Jahre an einer weiterführenden Schule in der Sekundarstufe I antreten. Damit verbunden ist die Garantie, anschließend auf eine Stelle für die Klassen 11 bis 13 versetzt zu werden. Das könne dieselbe Schule oder eine in 35 Kilometer Umkreis sein, sagte Gebauer, die rund 5000 Anwärter angeschrieben hat.

Ein früherer Versuch, angehende Gymnasiallehrer für zwei Jahre an Grundschulen zu holen, hat kaum gefruchtet, wie die Ministerin einräumte: Nur 153 von 2400 Anwärtern nutzten die Chance. Die bleibe aber bestehen, weil der Lehrkräfte-Überschuss in der Oberstufe absehbar sei. Zudem will Gebauer Master-Absolventen von Fachhochschulen den Seiteneinstieg ermöglichen. Das werde mit pädagogischer Zusatzqualifizierung begleitet.

Die Lehrerverbände forderten Gebauer einhellig auf, die Attraktivität des Lehrerberufs durch gleiche Einstiegsgehälter zu erhöhen. 

 

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