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Welchen Unterhaltsanspruch haben Studierende?

Text/ Quelle: Laura Gosemann/ Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.
Foto: Colourbox.de

Deutschland ist das Land der Akademiker. So waren im Wintersemester 2016/2017 rund 2,8 Millionen Studenten und Studentinnen an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Ihre finanzielle Lage hat sich seit 2012 stetig verbessert, da neben einer höheren Erwerbstätigkeit auch mehr finanzielle Zuwendungen vonseiten der Eltern erfolgen. Doch wie viel Unterhalt steht Studierenden eigentlich zu und was können sie tun, wenn er ihnen verwehrt wird? Mehr dazu erfahrt ihr hier.

Erste Ausbildung zahlen die Eltern
Grundsätzlich sind Eltern dazu verpflichtet, ihren Kindern auch nach dem Abitur Unterhalt zu zahlen, solange sich diese in einer Ausbildung oder einem Studium befinden. Das bedeutet, der Unterhaltsanspruch endet nicht mit der Volljährigkeit.

Die Höhe der verpflichtenden Zahlungen richtet sich allerdings nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern. Laut Düsseldorfer Tabelle können Studierende, die nicht mehr zu Hause wohnen, in der Regel 735 Euro monatlich verlangen.

Das Einkommen des Kindes aus einem Nebenjob wird nicht auf den Unterhalt angerechnet. Befindet es sich allerdings in einer Ausbildung und erhält dort eine entsprechende Vergütung, wird der Unterhaltsanspruch gemindert. Die elterliche Unterstützung kann auch in Form von Nahrungsmitteln oder einer Unterkunft bestehen.

Beispiel:
Verdient der/die Auszubildende 550 Euro im Monat wird zur Berechnung des Unterhaltanspruchs die Ausbildungspauschale von 90 Euro abgezogen, sodass 460 Euro verbleiben. Laut Düsseldorfer Tabelle hat das Kind zunächst einen Anspruch auf 448 Euro monatlich. Davon wird sowohl das Kindergeld zur Hälfte (92 Euro) abgezogen als auch die Hälfte des Einkommens (230 Euro). Der zu zahlende Unterhalt der Eltern beträgt dann noch 126 Euro.

Wer Geld erhält, hat auch Pflichten
Während die Zahlungsauflage für die Erzeuger bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss der Kinder besteht, müssen Letztere entsprechende Nachweise über ihren Studienverlauf erbringen. Denn sie sind dazu angehalten, zügig sowie zielorientiert zu studieren, um die finanzielle Belastung der Eltern möglichst gering und kalkulierbar zu halten. Ansonsten kann sich der Unterhaltsanspruch verringern oder gar entfallen.

Was kann ich tun, wenn meine Eltern nicht zahlen?
Weigern sich Mutter und Vater, ihrer Unterhaltspflicht nachzukommen, sollte zunächst ein Gespräch innerhalb der Familie stattfinden. Dabei muss nicht sofort eine Lösung gefunden werden. Wichtig ist, sich überhaupt zusammenzusetzen und über die eigenen Gedanken und Wünsche zu sprechen.

Führen Familiengespräche allerdings nur zu Streitereien, sollte man sich von außen Hilfe organisieren. Beratungsstellen sowie Psychologen können als Vermittler dienen, denn die Anwesenheit von Dritten führt meist dazu, dass die Beteiligten automatisch zivilisierter miteinander umgehen.

Es gibt aber auch Beratungen beim zuständigen BAföG-Amt, bei dem Vorschussleistungen beantragt werden können. Notfalls geht dieses auch unterhaltsrechtlich gegen die Eltern vor, sodass für die Studenten selbst keine Kosten entstehen. Zudem erhält man vorerst vom Amt Unterhaltsleistungen, die es sich von den Erzeugern direkt zurückfordert.

Viele Universitäten bieten zudem bereits eine eigene Rechtsberatung an. Beim AStA, dem  Allgemeinen Studierendenausschuss, gibt es ebenfalls die Möglichkeit, kostenlos die Dienste von Anwälten in Anspruch zu nehmen, wenn man als Student eingeschrieben ist. Sich privat anwaltlichen Rat zu suchen, sollte daher nicht die erste Lösung darstellen. Zugleich entstehen dabei auch immer hohe Kosten für den Studierenden.

Wie finanziere ich mein Studium?
Neben dem Unterhaltsanspruch gegenüber den Eltern existieren weitere Möglichkeiten der Studienfinanzierung. So wird beispielsweise BAföG nicht nur an Studierende gezahlt, sondern auch Auszubildende und Schüler können Anspruch darauf haben, wenn das Einkommen der Eltern nicht ausreicht.

Stipendien
Eine zusätzliche Möglichkeit bietet das Stipendium. So gibt es verschiedene Stiftungen und Vereine, die bei der Finanzierung des Studiums helfen, wenn ein Nachweis über besondere Leistungen erbracht wird. Diese sind jedoch sehr begehrt und erfordern eine entsprechende Bewerbung.

Studienkredite
Des Weiteren gibt es Studienkredite, welche zu vergleichsweise günstigen Konditionen zurückzuzahlen sind. Dabei werden bis zu 650 Euro im Monat gewährt für bis zu 10 Semester gewährt. Bei kostspieligen Studiengängen vergeben auch zahlreiche Fonds Kredite von bis zu 55.000 Euro mit Zinssätzen zwischen 3 und 7 Prozent.

Im Grunde kann nicht von den Kindern verlangt werden, während ihrer Ausbildung einen Nebenjob auszuführen. Dennoch greifen viele auf diese Möglichkeit zurück, um für die Finanzierung ihres Studiums zu sorgen.

Weitere Infos findet ihr hier:

Der Kindesunterhalt

Bekomme ich BAföG?

Welche Stipendien gibt es?

Warum es sich lohnt ein Werkstudent zu sein

 

Über den Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.
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