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Kein reiner Wildwuchs: Trends und Entwicklungen bei Studiengängen

Text / Quelle: Centrum für Hochschulentwicklung, Gütersloh (CHE) / CHE

Grafik: Wortwolke neuer Studiengänge in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften aus "Die Vielftalt der Studiengänge" von Cort-Denis Hachmeister, CHE

Rund 19.000 Studiengänge gibt es aktuell in Deutschland, rund 2.000 mehr als vor drei Jahren. Die hohe Anzahl, der starke Anstieg und im Einzelfall kurios anmutende Namen für Studiengänge werden von Medien, Politik oder Wissenschaft oft als „Wildwuchs“ an Studiengängen interpretiert. Eine Analyse des CHE Centrum für Hochschulentwicklung kommt zu einem differenzierten Ergebnis und zeigt Schwerpunkte und Muster der aktuellen Entwicklung auf.

Die Anzahl der Studiengänge an deutschen Hochschulen ist zwischen den Jahren 2014 und 2017 um rund 11 Prozent gestiegen. Im Mai 2014 verzeichnete der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) rund 17.000 Angebote für Studierende. Drei Jahre später sind es aktuell rund 19.000.

Etwa die Hälfte der zusätzlichen Studiengänge entfiel erwartungsgemäß auf die Universitäten, die mit rund 60 Prozent aller Studiengänge weiterhin den größten Anteil der Studiengänge in Deutschland anbieten, darunter alleine 4.000 Lehramt-Studiengänge.

Hohe Dynamik bei weiterführenden Studiengängen an privaten Fachhochschulen
Die größte Zuwachsrate bei den Studienangeboten gab es allerdings bei den Fachhochschulen, mit einem Plus von rund 16 Prozent. Die größte Dynamik war dabei im Bereich der weiterführenden Studiengänge zu beobachten, besonders an privaten Fachhochschulen. Hier gab es zwischen 2014 und 2017 eine Steigerung der Studienangebote um fast 50 Prozent. Die Fächergruppe „Medizin, Gesundheitswissenschaften“ verzeichnete die höchste Zuwachsrate an neuen Studiengängen mit einem Plus von 25 Prozent.

Studiengänge in Gesundheit und Pflege boomen
„Die Zahlendokumentieren eindrucksvoll die derzeit hohe Dynamik im Studienangebot der Hochschulen. Dies gilt insbesondere für die privaten Fachhochschulen und das Berufsfeld Pflege und Gesundheit, in dem viele neue Studienangebote geschaffen wurden“ bilanziert Studienautor Cort-Denis Hachmeister.

Neben der Analyse der Verteilung neuer Studiengänge nach Hochschultyp, Trägerschaft und Fächergruppe untersuchte das CHE auch die Vielfalt der Studiengangsbezeichnungen. Hierbei standen alle 2017 neu hinzugekommenen Studiengänge im Fokus. Aufgrund der Titel der neuen Angebote zeigten sich bestimmte Trends.

Studiengangsnamen werden immer vielfältiger
Nur rund 20 Prozent der neuen Studiengänge haben noch klassische Bezeichnungen, wie etwa „Chemie“, die lediglich den Namen einer wissenschaftlichen Disziplin aufweisen. Bei rund einem Drittel deutet die Bezeichnung auf eine Ausdifferenzierung der Disziplin hin – etwa das Beispiel „Hotelmanagement“. Etwa jeder sechste neue Studiengang kombiniert als sogenannter Hybrid- oder Bindestrich-Studiengang verschiedene ehemals getrennte Fächer, etwa Wirtschaftsinformatik.

CHE Geschäftsführer Frank Ziegele bewertet die Entwicklung solcher interdisziplinärer Angebote positiv: „Aktuelle Herausforderungen – wie etwa der Klimawandel – halten sich selten an die klassischen Fächergrenzen der Wissenschaft. Insofern haben solche disziplinübergreifenden Angebote ihre absolute Berechtigung im Hochschulsystem.“

Auffallend in der CHE Analyse ist zudem die internationalere Ausrichtung der Studienangebote deutscher Hochschulen im Namen. Jeder dritte neu geschaffene Studiengang weist eine englischsprachige Bezeichnung auf.

Um Studieninteressierten trotz der Vielfalt in der Namensgebung der Studiengänge eine optimale Orientierung zu ermöglichen sieht das CHE die Hochschulen in der Pflicht. Diese sollten gerade die Inhalte ihrer neuen Fächer möglichst exakt in Online-Orientierungshilfen wie dem HRK Hochschulkompass darstellen.