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Studenten berichten: Psychologie passiert nicht aus dem Bauch heraus!

Quelle/Text:  you only study once / Ann-Kathrin Hedjens // Teaserfoto:  Modelfoto: Colourbox.de // Grafik: Ann-Kathrin Hedjens // Foto  Ann-Kathrin Hedjens:  you only study once / Ann-Kathrin Hedjens

In unserer Reihe „Studenten berichten“ erzählen Studis über ihr Studium und geben Tipps für alle, die auch studieren möchten. Über das Psychologiestudium und ihre Eindrücke dort, berichtet Ann-Kathrin Hetjens, die im 6. Semester in Düsseldorf studiert. Sie sagt: „Psychologie ist doch eher eine Naturwissenschaft. Wenn euch dieser Anspruch und auch der Inhalt gefällt, seid ihr genau richtig!“ Außerdem gibt sie tolle Lerntipps!

Ann-Kathrin Hetjens studiert im 6. Semester Psychologie an der HHU Düsseldorf. Sie engagiert sich ehrenamtlich für das studentische Projekt you only study onceund möchte Schülern und Schülerinnen einen Einblick in ihren Studienalltag ermöglichen.

Warum ich Psychologie studiere…

Ich wollte schon immer die Menschen besser verstehen. Im Vergleich zur Tierwelt sind wir in einer viel komplexeren Interaktion miteinander verbunden und es macht mir Spaß, nach Gründen für unser Verhalten zu suchen. Auf die Psychologie bin ich hierbei durch das Schulfach Pädagogik gekommen. Diese ganzen entwicklungspsychologischen Theorien interessierten mich sehr. Wobei man sagen muss, dass man die Pädagogik nicht mit der Psychologie vergleichen kann.

…man nähert sich dem Menschen, aber auf naturwissenschaftliche Art

Angekommen im Studienalltag stellte sich heraus, dass die Psychologie doch eher eine Naturwissenschaft  ist. Man hat auch sehr viele inhaltliche Überschneidungen mit der Biologie oder Medizin, die mich aber auch interessierte. Vor allem aber hat die Psychologie einen experimentellen Anspruch. Philosophieren oder Argumentationen aus dem Bauch heraus haben hier keinen Platz. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen, hat die Schule einem doch oft das Bild vermittelt, Freuds erdachte Bewusstseinsdimensionen seien ein Kern der Psychologie. Wer sich für solche Dinge interessiert dem kann ich raten: Studiert besser Philosophie. Aus dieser ist die Psychologie zwar entstanden, weshalb Freud wohl so etwas wie der „Gründervater“ sein dürfte, aber dann hat sie sich immer mehr von dieser Basis distanziert und besitzt heute den Anspruch so zu forschen, wie ein Physiker oder Biologe. Mit dem einzigen Unterschied, dass unser Forschungsgegenstand der Mensch ist. Wenn euch dieser Anspruch und auch der Inhalt gefällt, seid ihr in der Psychologie genau richtig. Auch mich interessieren die Themen meines Studienfachs immer noch sehr, nachdem ich jetzt die sechs Semester Bachelor beinahe fertig studiert habe.

Arbeitsbereiche für Psychologen


Im Studium ist man ganz nah an der Forschung. Die universitäre Karriere ist allerdings nur eine von mehreren Möglichkeiten, in denen Psychologinnen und Psychologen später arbeiten können.

…was man sonst noch beachten sollte…

Allerdings muss man auch für ein Universitätsstudium gemacht sein, denn Psychologie lässt sich in Deutschland, zumindest bei den öffentlichen Hochschulen, nur an Universitäten studieren. Ein Professor sagte einmal zu uns „eine Universität bildet, während Hochschulen ausbilden“. Dieser Satz trifft den Alltag in einem Studium im Vergleich zu dem an einer Hochschule ganz gut. Denn an einer Uni erwirbt man ein sehr breitgefächertes Wissen, dass man dann eng an der alltäglichen universitären Forschung vertiefen kann. Wer sich schon einen konkreten Beruf ausmalt, für den kann so etwas erst einmal unbefriedigend sein. Auch ich dachte bei dem einen oder anderen Thema schon einmal „Wofür brauche ich das überhaupt?“. So nah an der Forschung zu sein ist andererseits aber auch wieder spannend, denn man arbeitet mit brandaktuellen Ergebnissen aus der Forschung und bekommt sehr viel interessantes Wissen vermittelt ohne ständig nach einem Zweck suchen zu müssen.

Lerne dich selbst zu motivierenZum anderen fordert die Uni viel Selbstständigkeit. Hierbei unterscheidet sie sich von den Hochschulen in der Art der Wissensvermittlung. Während die Hochschule eher als „verschulter“ gilt, hat man an der Uni zum Beginn des Semesters und vor allem in den ersten Semestern erst einmal überhaupt keine Verpflichtungen: In den Vorlesungen herrscht keine Anwesenheitspflicht und es steht jemand vor dir und erzählt 90 Minuten. Wie man das dann für die Prüfungen aufarbeitet und lernt ist jedem selbst überlassen. Also freut euch nicht zu sehr, wenn ihr auf eurem ersten „Stundenplan“ seht, dass ihr an einem Tag keine Veranstaltungen habt. Man hockt an diesem Tag dann zwar nicht in der Uni, braucht ihn allerdings meistens um die Inhalte der vergangenen Tage zu wiederholen. Für mich persönlich ist diese Flexibilität großartig aus zwei Gründen:

Man hat zum einen eine sehr gute Qualität in der Lehre an den Unis. Wenn der Professor nämlich möchte, dass er nicht alleine in einem leeren Hörsaal steht, dann muss er seine Vorlesung interessant gestalten, damit die Studenten auch erscheinen. Es ist nicht wie in der Schule, wo jeder Lehrer weiß, dass man als Schüler sowieso da zu sein hat und dann, vor allem in den Nebenfächern (!), auch mal gerne sinnlose Anekdoten erzählt, die für nichts und niemanden relevant sind.

Zum anderen ist man in seiner Arbeitsteilung vollkommen flexibel. Wer lieber morgens lernt, der lernt halt morgens, wer abends fitter ist, lässt vielleicht die Veranstaltung montags um halb 9 sausen und erarbeitet sich die Inhalte für die Prüfung dann lieber aus dem Buch. Was allerdings bleibt, ist, dass man sich ständig wieder selbst motivieren muss. Womit wir dann auch schon bei meinen Tipps wären.

Auch das Lernen will gelernt sein: Ann-Kathrin rät zu Strategie und Taktik. Doch am wichtigsten sind ihr Selbstmotivation und das kontinuierliche und rechtzeitige Lernen.


 

… Tipps…

Fangt früh genug an zu lernen!

O.K., der Satz hängt euch wahrscheinlich auch in der Schule schon zu den Ohren raus und ich müsste auch lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich in jedem Fach immer brav gleich am Anfang des Semesters alles mitgeschrieben und auswendig gelernt habe. Wenn einem allerdings an der Uni erst eine Woche vor der Prüfung auffällt, dass man noch gar nichts getan hat und schlimmstenfalls noch nicht einmal die Vorlesung besucht hat, dann ist das um einiges dramatischer als in der Schule, wo man wenigstens im Quartal seine Klausuren schreibt und bestenfalls noch immer die Hausaufgaben gemacht hat.

Im Notfall: Lernt auf Lücke!

Wenn man allerdings trotzdem mal in diese Situation kommen sollte, empfiehlt es sich tatsächlich auf Lücke zu lernen. Man weiß, dass man es eh nicht mehr schafft alles zu können und dann lernt man besser nur die Hälfte, aber dafür ganz genau, als zu versuchen noch alles zu machen und das dann aber nur noch „schwammig“ in seinen Kopf bekommt. Denn mit ersterer Taktik kann man dann hoffen, dass das andere nicht dran kommt und schreibt, wenn man dieses Glück hat, dann sogar eine ganz gute Note.

Habt ihr Pech und es kommt das dran, was ihr nicht gelernt habt, dann fallt ihr halt durch und schreibt die Prüfung einfach noch mal, das ist bis zu dreimal möglich! Versucht ihr allerdings letztere Taktik, dann steht am Ende auf jeden Fall immer eine schlechte Note und in den meisten Fällen darf man eine Prüfung nur wiederholen, wenn man sie gar nicht bestanden hat, die schlechte Note bleibt also stehen! Wenn man aber schon so weit ist, dass man solche Überlegungen treffen muss hat man sich bereits ziemlich viel unnötigen Stress gemacht, der vermeidbar wäre, wenn man einfach früher anfängt. Also versucht euch am besten immer gleich zu Beginn zu motivieren!

Informiert euch über die Professoren und Fächer bei anderen Studenten!

Es mag ja auch sein, dass ihr genau der andere Lerntyp seid: Ihr wollt alles möglichst genau wissen und am liebsten jedes vom Prof empfohlene Buch genau kennen. Von so einer Arbeitshaltung sollte man sich aber auch ganz schnell verabschieden, denn dafür fehlt euch (Bachelor- Mastersystem sei Dank!) einfach die Zeit! In 90 Minuten kann ein Mensch sehr viel erzählen, wenn man das dann hochrechnet auf einmal die Woche über ein halbes Jahr.

Lernt mit Taktik

Kurzum in den Grundlagenmodulen muss man für eine Prüfung für jeweils ein Fach eigentlich genauso viel Inhalt gelernt haben, wie für das ganze Abitur! Wenn man jetzt zumindest abends aber doch noch einmal Freizeit haben will, sollte man also effizient lernen! Dafür lohnt es sich vor allem bei der Fachschaft, die solche hilfreichen Informationen gerne auch sammelt, einmal nachzufragen: Prüft der Professor mit Multiple-Choice Fragen oder mit freien Antworten, bei denen er die Antwort am liebsten hat, die so nah wie möglich an seinem Originalsatz ist? Schon allein dieser Unterschied erfordert eine ganz andere Lerntaktik. Denn wenn man nur auf „Wiedererkennen“ pauken muss, dann muss man nicht so viel Zeit investieren. Dabei lernt man am besten am meisten und am genauesten, wenn die Prüfung mündlich ist. Denn hier muss man selber den Sachverhalt nochmal erklären, also muss man alles ziemlich sicher wissen und es ist besonders unangenehm, wenn man keine Antwort weiß während einem der Prüfer doch direkt gegenüber sitzt und auf eine Antwort wartet. Nachfragen lohnt sich auf jeden Fall!

Lasst euch nicht verunsichern!

Ich habe euch jetzt vielleicht schockiert mit dem Umfang, den so eine Prüfung haben kann, aber lasst euch deswegen nicht vom Studieren abhalten. In anderen Fächern sieht es meist genauso aus und auch wenn ihr euch für eine Ausbildung entscheidet: Nichts in eurem Leben wird wahrscheinlich wieder jemals so entspannt, wie eure Schulzeit! Für die Psychologie gilt hier vor allem besonders, dass der Einstieg eher hart ist. Man muss sich eben unglaublich schnell unglaublich viele Grundlagen erarbeiten, die man so in der Schule nicht vermittelt bekommen hat. Aber wenn man diese dann hat und dann beginnen kann darauf aufzubauen, wird es weniger anstrengend und auch abwechslungsreicher.

Dann hat man auch einmal ein Seminar bei dem man schon selber in der Forschung arbeiten darf und am Ende schreibt man dann keine öde Prüfung, sondern seinen ersten eigenen Bericht. Oder aber man macht Praktika in denen man dann am Ende eine bestimmte, in der Forschung verwendete, Methode praktisch in einer Arbeitsprobe benutzen muss. Hier arbeitet man dann auch wieder in kleineren Gruppen und die Stimmung ist auch oftmals entspannter, da viele die sich doch nicht so recht für das Fach interessierten, das Studium schon abgebrochen haben und die Uni nicht mehr schauen muss, wie sie die Zahl der Studierenden reduziert.

Es ist nämlich oft so, dass sich gerade teure Fachbereiche, wie die Psychologie, oft nicht so viele Absolventen leisten können, wie Studierende die mit dem Studium beginnen. Daher wird auf Abbrecher kalkuliert und zu Beginn eines Studiums auch oft abgeschreckt. Lasst euch davon nicht entmutigen. Wenn euch das Fach wirklich interessiert, dann bleibt dabei, denn wer motiviert ist, der schafft auch die noch so große Prüfung schließlich und kann dann in den höheren Semestern die Dinge etwas entspannter angehen lassen.

Wenn ihr eine gesunde Einstellung zum Studieren findet, lässt sich jedes Studium gut bewältigen. Wichtig ist, dass einem im Laufe des Studiums klar wird, was einen am meisten interessiert und in welche Richtung man dann mit einem Fach beruflich gehen möchte. Wenn man das gegen Ende seines Studiums weiß, dann hat man, egal welches Fach man studiert, alles richtig gemacht.

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You only study once - wer und was ist das!

You only study once (yoso) ist ein kleines Netzwerk von Studierenden, die sich für Schülerinnen und Schüler als Ansprechpartner bereitstellen, um aus der Studienrealität zu berichten. Die Mitglieder von you study only once kommen aus verschiedenen Studiengängen und studieren an unterschiedlichen Hochschulen. Anliegen des Netzwerkes ist es, den Übergang von der Schule zur Hochschule leichter zu machen.

You only study once hat bereits kleine interaktive Messen an Schulen veranstaltet oder an Berufsorientierungen teilgenommen. Wer im Umkreis Mettmann, Wuppertal oder Düsseldorf wohnt, kann auch Mitglieder des Netzwerkes an seine Schule einladen! Bei den gemeinnützigen Veranstaltungen ist ein Studierenden-Team vor Ort, das an kleinen Messeständen zu ihrem Studiengang informiert.

Wer nicht im Umkreis der genannten Städte wohnt, kann über die Facebook-Seite Kontakt zu dem Studierenden-Netzwerk aufnehmen oder sich auf der Homepage informieren:

www.youonlystudyonce.de