Leoni geht fürs Studium nach Passau

von Katja Niemeyer, Redaktion STUDI-Info
Hat ihren Studienwunschort fest im Blick: Leonie Wartenberg. Foto: Tim Lehmann

Hat ihren Studienwunschort fest im Blick: Leonie Wartenberg. Foto: Tim Lehmann

„Nur nicht unter Druck setzen bei der Studienwahl“ – so der Ratschlag von Karriereexpertin Gunda Achterhold. Gründlich recherchieren solltest du aber schon, welche Studiengänge zu dir passen könnten. Erstsemesterin Leoni hat ihre Wahl bereits getroffen.

Leoni Wartenberg ist vor Kurzem zum Studieren nach Passau gezogen. Die 19-Jährige hat sich für Medien- und Kommunikationswissenschaften entschieden. Zwischenzeitlich hatte sie auch überlegt, etwas im sozialen Bereich zu machen. Während eines Schulpraktikums in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche stellte sie dann aber fest, dass ihr Pressearbeit, wie sie berichtet, viel mehr Spaß macht als soziale Arbeit. Im Internet informierte sie sich über die verschiedenen Studiengänge im Bereich Medien und Kommunikation. „Ich habe ein Studium gesucht, bei dem ich viele praktische Erfahrungen sammeln kann“, erzählt die Erstsemesterin. Außerdem sollte ihr künftiger Studienort eine möglichst schöne Stadt sein. In Passau wurde sie fündig.

Studium - ja oder nein?

So wie Leoni Wartenberg geht es vielen Schülern, die vorm Abi stehen. Soll ich überhaupt studieren? Und wenn ja – was? Auch weil es so viele Studiengänge gibt wie noch nie, ist die Unsicherheit vielfach groß. „Eine schwierige Entscheidung“, räumt auch Karriereexpertin und Buchautorin Gunda Achterhold ein – und gibt zugleich Entwarnung. Von der Studienwahl hängt nicht dein ganzes Leben ab. Sicher: Die große Anzahl an Studiengängen – bundesweit gibt es rund 9500 – bedeutet, dass du wahrscheinlich viel Zeit zum Recherchieren aufwenden musst, bis du den passenden gefunden hast. Aber: Wenn du im Studium merkst, dass dir das Fach doch nicht liegt, ist ein Wechsel immer noch möglich. „Die Entscheidung beherrscht nicht den Rest deines Lebens“, betont die Expertin.

Auch muss man zum Studienstart nicht zwingend wissen, welchen Beruf man einmal ausüben will. Klar: Wer Medizin studiert, wird wahrscheinlich Arzt. Sehr viele Absolventen gehen aber auch in die Forschung. Und wer sich für Jura einschreibt, verdient sein Geld am Ende nicht unbedingt als Anwalt. „Ich kenne eine Juristin, die einen spannenden Job als Sachgebietsleiterin beim Finanzamt hat“, berichtet Gunda Achterhold. „Andere gehen in die Politik oder arbeiten für Unternehmen oder Verbände.“

Studium als Orientierungsphase

Im Laufe des Studiums solltest du aber herausfinden, welcher Beruf der Richtige für dich sein könnte. Praktika können dabei besonders hilfreich sein – wenn auch nur, um zu erkennen, was einem ganz und gar nicht liegt. Gunda Achterhold: „Auch das ist eine wichtige Erfahrung.“

Anregungen kann man sich zudem bei ehemaligen Studenten – viele Unis laden diese ein, damit sie von ihrem Studien- und Berufsweg berichten – und Berufsverbänden holen. „Wichtig ist, dass man ins Gespräch kommt mit erfahrenen Leuten und herausfindet, welche besonderen Anforderungen der gewünschte Berufszweig oder die Branche stellt“, erläutert die Karriereexpertin. Und dann geht es darum, die entsprechenden Erfahrungen zu sammeln und sich die Fähigkeiten anzueignen.

Patentrezepte für den erfolgreichen Berufseinstieg gibt es nicht. „Allerdings habe ich festgestellt, dass Jobeinsteiger vor allem dann erfolgreich sind, wenn sie sich frühzeitig auf den Weg gemacht haben, Praktika absolvierten, in den Ferien jobbten und so Kontakte knüpften.“

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